Erstmals hatte das Statistische Bundesamt für das Schuljahr 2005/06 eine eigenständige Publikation mit umfangreichen Daten über Schulen in freier Trägerschaft herausgegeben. Inzwischen liegt diese auch für das Schuljahr 2006/07 vor.
Die Ergebnisse sind kostenfrei im Statistik-Shop des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de/shop abrufbar (Schnellsuche: Fachserie 11, Reihe 1.1. Private Schulen).
Zitat:
"In den letzten Jahren ist das Interesse an Privatschulen deutlich angestiegen. Das Privatschulwesen in Deutschland hat faktisch eine angestammte und keineswegs unbedeutende Rolle und zwar vor allem als Kompensation für Lücken im staatlichen Angebot und als Ausgleich für subjektiv empfundene Strukturmängel der öffentlichen Schulen.
Die Definition von Privatschulen ist in den jeweiligen Landesschulgesetzen festgelegt. In der Regel können Privatschulen von natürlichen sowie von juristischen Personen des privaten und des öffentlichen Rechts (wie zum Beispiel von Kirchen) errichtet und betrieben werden.Im Schuljahr 2006/07 gab es 4 711 allgemeinbildende und berufliche Privatschulen in Deutschland, das sind 45,8 % mehr als im Schuljahr 1992/93. Während im früheren Bundesgebiet ein Zuwachs um 16,4 % zu verzeichnen war, hat sich die Zahl der Privatschulen in den neuen Ländern fast verfünftfacht. Das dürfte teilweise darauf zurückzuführen sein, dass im Osten vor der Vereinigung Deutschlands nur sehr wenige private Schulen bestanden haben. Andererseits ist in den neuen Ländern ein anhaltender Zuwachs privater Schulen im gesamten betrachteten Zeitraum zu beobachten. Die Anzahl der Privatschulen erhöhte sich sogar dann noch weiter, als die Gesamtzahl aller Schulen aufgrund der drastisch gesunkenen Geburtenzahlen in den 90er Jahren verringert wurde. So sank vom Jahr 2000 bis 2006 die Zahl der Schulen im Osten um 24,8 % die Anzahl der Privatschulen stieg jedoch in demselben Zeitraum um 49,8 %.
Von allen privaten Schulen in Deutschland (4 711) zählten im Jahr 2006 rd. drei Fünftel (2 867) zu den allgemeinbildenden Schulen und die restlichen zwei Fünftel (1 844) zu den beruflichen Schulen. Bezogen auf die Gesamtzahl der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen (45 083) waren 10,4 % der Schulen in privater Trägerschaft. Der Anteil der Privatschulen war bei den allgemeinbildenden Schulen mit 7,5 % deutlich niedriger als bei den beruflichen Schulen (21,0 %). Dabei lag der letztgenannte Anteil in den neuen Ländern mit 29,4 % höher als im früheren Bundesgebiet (18,3). Diese Größenrelation war bereits seit Mitte der 90er Jahre zu beobachten.
Von den rd. 12,1 Mill. Schülerinnen und Schülern in Deutschland im Jahr 2006 besuchte rd. jeder 14. eine Privatschule (rd. 892 Tsd.). In den einzelnen Ländern gab es deutliche Unterschiede bei den Anteilen der Privatschüler, die Spanne reicht von 3,3 % in Schleswig-Holstein bis zu 12,1 % in Sachsen. Dies dürfte zum großen Teil auf unterschiedliche schulrechtliche Regelungen zurückzuführen sein."