Aufgaben und Ziele
der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen
In der Bundesarbeitsgemeinschaft Freier Schulen
arbeiten die fünf Vereinigungen und Verbände von Schulen in Freier
Trägerschaft auf Bundesebene zusammen. Durch diese sind in der AGFS ca. 3.500
Schulen und Bildungseinrichtungen mit etwa 650.000 Schülern organisiert.
Darunter an katholischen Schulen: 370.000 Schüler, an evangelischen Schulen:
50.000, an Schulen im VDP Verband Deutscher Privatschulverbände e.V.: 140.000, an Waldorfschulen: 80.000, an
Landerziehungsheimen: 6.000. über den VDP gehören zu der
Arbeitsgemeinschaft freier Schulen auch die 45 Schulen des Bundesverbands
der Freien Alternativschulen. Damit repräsentiert die Arbeitsgemeinschaft
freier Schulen fast alle allgemein bildenden Schulen in freier Trägerschaft
in Deutschland sowie einen Großteil der berufsbildenden Schulen und
Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft. Etwa 6 Prozent aller Schülerinnen
und Schüler der Bundesrepublik Deutschland besuchen eine
allgemeinbildende Schule in freier
Trägerschaft.
Ziele
Die Bundesarbeitsgemeinschaft freier Schulen tritt insbesondere für eine
umfassende rechtliche und finanzielle Gleichstellung der öffentlichen
Schulen in freier Trägerschaft mit den öffentlichen Schulen in
staatlicher Trägerschaft ein, für die Schaffung von Pluralität im
Schulwesen, für den Gedanken, dass Schulen in freier Trägerschaft nicht
Ausnahme, Ersatz oder Beigabe des staatlichen Schulwesens sind, sondern
Garanten von Wahlmöglichkeit, von Vielfalt, Wettbewerb und Anreiz. Die
Arbeitsgemeinschaft freier Schulen propagiert Schulvielfalt als einen
essenziellen Bestandteil einer demokratischen Bürgergesellschaft. Der
Staat selbst sollte sich in einer demokratischen Gesellschaft im Rahmen
von Toleranz und Menschenrechten einer Behinderung oder Bevorzugung
verschiedener Wertorientierungen enthalten, aber allen Orientierungen die
Entfaltung ermöglichen. So verstehen wir Pluralismus im Schulwesen als
Verfassungsgebot eines demokratischen Staatswesens.
Aktuelle Situation
Die aktuelle Situation der Schulen in freier Trägerschaft ist dadurch
gekennzeichnet, dass die vorstehenden Ziele – trotz in der Vergangenheit
erzielter Fortschritte – noch lange nicht erreicht sind. Neben den vielfältigen
Hemmnissen bei der Errichtung und der Genehmigung neuer Schulen, bei der
Erteilung von Lehr- und Unterrichtgenehmigungen usw., ist es vor allem die
mangelhafte finanzielle Ausstattung der Schulen in freier Trägerschaft,
die den Schulträgern zu schaffen macht. Die Schulen in freier Trägerschaft
leisten 100 Prozent Schule, bekommen dafür aber in einigen Bundesländern nur etwa
50 Prozent staatliche Finanzhilfe. Ein Ergebnis dieser restriktiven
Politik ist die Tatsache, dass Deutschland mit der Zahl von Schulen in
freier Trägerschaft im europäischen Vergleich zu den Schlusslichtern gehört.